Das Zirben ABC

Was ist die Zirbe und was zeichnet sie aus?

Die Zirbe ist eigentlich der Pflanzenfamilie der Kieferngewächse zuzuordnen. Sie wächst natürlicherweise in hohen Gebirgslagen auf dem dort üblichen sehr kargen Untergrund und Gestein. Am häufigsten sieht man sie in Höhen ab 1500m bis 2000m aufwärts in den europäischen Alpen, in weiteren Teilen der Karpaten und der hohen Tatra. Man unterscheidet die alpine Zirbelkiefer von der sibirischen Zirbelkiefer.

In den Höhen, wo die Zirbe wächst, hält es fast kein anderer Baum mehr aus. Sie ist dort oben extremen Witterungsbedingungen mit starken Stürmen und Starkregen ausgesetzt und hat sich diesen Bedingungen wunderbar angepasst.
Die sogenannte „Königin der Alpen“ kommt mit wenig Nährstoffen aus und hält bis zu Minus 43°Celsius aus. Die Zirbelkiefer kann um die 25 Meter hoch werden und ihr Stamm kann einen Durchmesser bis zu 1,7 Metern an der dicksten Stelle aufweisen. Die jungen Zirben sind oftmals an einem geraden Stamm zu erkennen. Wohingegen alte und freistehende Zirbelkiefern häufig stark geästet sind und teilweise interessante Formen angenommen haben, da sie sich den Witterungsbedingungen in so hohen Lagen anpassen mussten.
Ein Zirben Wald ist sehr robust und schützt oft die in den Tälern darunter liegenden Ortschaften und Gebäude vor Erdrutschen, Lawinen oder auch Steinschlag.

Die Nutzung von Zirbelholz gilt als nachhaltig. Noch muss der Mensch in den natürlichen Kreislauf der Zirbe nicht eingreifen und künstlich aufforsten, sondern ein kleiner Vogel, der Tannenhäher, sorgt für die Pflanzung der Zirbe. Da er die Samen der Zirbe, die Zirbennüsse, emsig sammelt und noch viel lieber hamstermäßig hortet und eichhörnchenmäßig verbuddelt sorgt der kleine Vogel so nebenbei für die Anpflanzung neuer Zirben Bäume. Ob diese Art der Fortpflanzung mit der rasant steigenden Vermarktung und aktuellen Popularität der Zirbe so weiter ausreicht, wird sich zeigen.

Beschaffenheit des Holzes

Das Holz der Zirbel ist im Möbelbau nicht nur wegen seiner positiven Wirkung auf unseren Körper sehr beliebt. Das Holz mit dem intensiven Geruch wird schon seit Langem gerne und erfolgreich für Fußböden, dem Innenausbau im Allgemeinen, dem Möbelbau und dem etwas kleinteiligeren Kunst-und Designhandwerk eingesetzt. Diese Beliebtheit, nicht nur vom Verarbeiter, sondern auch vom Nutzer, hat seinen Grund.

Was ist der Grund für die aktuelle Popularität des Zirbelholzes?

Das Holz der Zirbe ist antiseptisch und desinfizierend, früher wurde es sogar in Ställen verbaut. Es ist nicht nur abschreckend für Motten, sondern auch für andere Schädlinge und Pilze, bis auf Blaupilze, wo eine stärkere Empfindlichkeit festgestellt wurde.

Mühlblätter aus Zirbe haben länger gehalten, als andere Hölzer im Vergleich. Die windmühlenartige Wiederholungsschleife des Wechsels vom feuchten zu trocknen Zustand macht der widerstandsfähigen Zirbe nichts aus. Sie behält die Form und reißt nicht. Ihr Holz ist grundsätzlich sehr formbar, weich und nachgiebig. So anpassungsfähig muss sie bei den Wind- und Wetterbedingungen in diesen Höhenlagen einfach sein, sonst könnte sie nicht überleben und manchmal sogar ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen.
Das Zirbelholz wird auf Grund seiner Darrdichte von 0,37 bis 0,56g/ Kubikcentimer als Hartholz bezeichnet und gilt sogar als eine der härtesten Holzarten unter den Nagelhölzern. Das Holz weißt ein sehr geringes bis mäßiges Schwindmaß auf und ist eher weniger dauerhaft.

Wie kann Zirbelholz weiterverarbeitet werden?

Diese gute Verarbeitung auf Grund ihrer Weichheit und Formbarkeit macht sie bei Verarbeitern, wie Tischlern und Schreinern schon seit Jahrhunderten zu einem beliebten Werkstoff.
Das Holz ist schrauben- und nagelfest und erhält durch abschleifen einen wunderschönen seidigen Schimmer. Am allerbesten für die Haptik, Optik und die Verbreitung des Dufts ist es, wenn man das Holz der Zirbe unbehandelt lässt. Wenn man möchte, kann man es zur Pflege und zur Intensivierung der rötlichen Färbung mit Zirbenöl einreiben. Das Holz lässt sich zwar gut lackieren, allerdings würde man dem Holz dadurch die Luft zum Atmen nehmen und komplett verhindern, dass der wohltuende Geruch abgegeben werden kann.
Auch beim Hobeln von Zirbelholz fallen mal Späne und ein schöner sideeffect speziell die Zirbe betreffend ist hier aber, dass auch die Späne auf Grund Ihres wohltuenden Duftes weiterverwendet werden und beispielsweise aufbewahrt in einer Schale, nicht nur als Deko, sondern auch als Raum Duft, eine lange Freude bereiten können.

Dadurch, dass nicht nur ihr Kern, sondern auch ihre verarbeitete Oberfläche eine angenehme Weichheit und Haptik aufweist, ist sie auch für den Nutzer von Zirbelmöbeln und Kunstwerken sehr angenehm.

Der Einfluss der Zirbe auf unsere Sinne

Hinzu kommt natürlich ihr eindrucksvoller Geruch. So alt wie sie war als sie gefällt wurde, genauso lange nach Zirbe riecht angeblich das verarbeitete Holz. Die ätherischen Öle der Zirbe wirken scheinbar wie eine Imprägnierung, das ganze Holz ist durchsetzt mit diesen Ölen und diese bieten zusätzlich zur hohen Biegsamkeit, eine hohe Standhaftigkeit gegen Wasser, Wind und Wetter.
Man wusste intuitiv schon immer, dass das Holz für alle Sinne und nicht nur für den Geruchssinn so angenehm und heilsam ist. Früher schon waren ganze Gasträume und Ruheräume mit Zirbelholz ausgekleidet und man ahnte, dass unsere Sinne positiv beeinflusst werden, ohne die ganzen wissenschaftlichen Erkenntnisse der heutigen Forschung zur Wirkung der Zirbe auf den menschlichen Körper zu haben.
Zu dem positiven Trigger auf unseren Geruchssinn ist bezüglich des Zirbelholzes wichtig zu erwähnen, dass dieses Holz auch was fürs Auge ist. Mit der rötlich bis rotbraune Farbe des Kernholzes vermittelt es Wärme und Wohlfühlatmosphäre.
Der hohe Anteil der Verästelung in rotbräunliche Farben und die deutlich erkennbare Fladerung gestaltet die Maserung des Zirbelholzes sehr interessant und lebendig.
Bei älteren Zirben findet man auch oft größerer Harzkanäle und Poren.

Ein Blick in die Zukunft?

Dies macht das Zirbenholz für viele verschiedene Einsatzbereiche interessant. Es wird inzwischen viel im Wellness- und Ruhebereich verbaut und manches Hotel ist vom ersten bis zum letzten Stockwerk mit Zirbe ausgestattet und damit sehr erfolgreich. Dabei werden dann dort, wie auch im Privatbereich, nicht nur Möbel wie Betten und Kommoden, sondern beispielsweise auch komplette Infrarotsaunen und die volle Deko Ausstattung aus Zirbelholz angefertigt und der Tag obendrein noch mit einem Zirbenschnaps abgeschlossen.

Forschungen zur Zirbe

Nicht nur im Handwerk und beim Verbraucher steigt das Interesse an dieser besonderen Holzart.
Auch immer mehr Forschungen zu dem Holz werden unternommen und weisen nun in zahlreichen Versuchen die positive gesundheitliche Wirkung auf Körper und Psyche, die der Mensch schon seit Jahrhunderten intuitiv spürte, auf Laborebene nach.
Die Beliebtheit des Zirbenholzes stieg die letzten Jahre bei Verarbeiter und Nutzer immer mehr an und die Trendkurve zeigt weiter nach oben. Wer weiss, ob der Mensch nicht bald dem kleinen Tannenhäher beim verbuddeln von Samen und der Aufforstung helfen muss, damit jeder weiterhin in den Genuss des wunderbaren Zirbelholzes kommen kann.

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