Großer Ahornboden Karwendel

Ausflugstipp zum Ahornboden im Karwendel

Wo liegt er der Ahornboden?

Meist denkt man an den großen Ahornboden, wenn vom Ahornboden allgemein gesprochen wird, aber es gibt auch noch den kleinen Ahornboden oberhalb vom Großen.
Beide liegen in Österreich, genauer gesagt in Tirol, kurz nach der deutsch-österreichischen Grenze, östlich von Garmisch-Partenkirchen und südlich von Bad Tölz, um eine grobe örtliche Eingrenzung zu liefern. Der große Ahornboden liegt bei Hinterriss, am Ende des Risstals. Der Begriff Boden bezeichnet hier eine ebene Talfläche, umgeben von den markanten, steilen Felswänden des Karwendelgebirges.

Was versteht man unter Ahornboden?

Auch wegen diesem Kontrast der grünen Alm Wiese zu den hohen Felsen zählt der große Ahornboden in der Eng zu einem der spektakulärsten Gebiete im Karwendelgebirge. Diese Fläche mit ihren rund 2200 Ahornbäumen ist eine Hochebene und liegt auf 1200 Metern über dem Meeresspiegel.
Wahrscheinlich haben wir dieses Naturdenkmal dem Rißbach zu verdanken, da dieser in der Eng jahrhundertelang den Alm Boden überschwemmte. Damit erzeugte er mit sandigem und kargem Untergrund den perfekten Nährboden für den Ahorn und verdrängte tannen und fichten. Wahrscheinlich konnten die jungen ahornbäume im 17.jahrhundert besonders gut gedeihen, weil die Keimlinge um die Zeit des 30jährigen Kriegs nicht mehr abgegrast wurden, da aufgrund von Hungersnot oder Angst vor Plünderung keine Tiere mehr auf den Alm Boden getrieben wurden.
Nun bietet er von Frühjahr bis Herbst wieder Beste Bedingungen für Weide Tiere. Als einzigartiger Naturraum ist er alpwirtschaflich nutzbar und ist Anziehungspunkt für Tausende Touristen. Hier gehen Naturschutz, sensible landwirtschaftliche Nutzung und
Sanfter Tourismus Hand in Hand.

Großer Ahornboden Karwendel

Wie wird diese besonders schöne Region geschützt?

Seit 1928 ist Der alpenpark Karwendel schon Naturschutzgebiet und damit das älteste Tirols.
Der große Ahornboden wurde 1972 zum nationalen naturdenkmal erklärt und ist mit natura 2000 teil eines besonderen Schutz Netzwerkes.
Das bedeutet, die bis zu 600 Jahre alten Bäume uralten Bergahorne dürfen nicht gefällt werden. Wenn sie dann doch einmal absterben sollten, werden dafür Neue aufgepflanzt damit das Landschaftsbild erhalten bleibt. Man muss bedenken, dass in dieser Höhe auf dem kargen Alpenboden und unter widrigen Wetterbedingungen bäume langsamer wachsen. viele der Bäume scheinen auf den ersten Blick gar nicht so alt zu sein, da ihre Stämme gar nicht so dick erscheinen. Normale Ahornbäume könnten hier gar nicht groß werden und würden spätestens im Winter bei bis zu 3 Metern Schnee eingehen. Aber auch dem Bergahorn macht der Winter zu schaffen, einige der Bäume sind schon sehr alt und ihre äste können im Winter den schweren Schnee Massen nicht standhalten. Auch einige der der vielen Holzhütten des Alm Dorfes der eng alm können sich altersmäßig durchaus mit den umgebenden ahornbäumen messen.

Ahornboden Karwendel

Tourismus in der Region Karwendel

Im Herbst ist die Laubfärbung sehr beeindruckend und eine Wanderung besonders lohnenswert. Das Problem ist, dass sich das hunderte andere Touristen auch denken und das macht es dann eher weniger erholsam, bis vielmehr sehr anstrengend, da man sich schon lang vor dem Ziel in den Stau einreihen muss und sich schon die Anfahrt extrem in die Länge ziehen kann. An die abendliche Rückfahrt in stop and go mag man da schon gar nicht mehr denken. Da ist es eventuell zu überlegen, entweder das weniger populäre Gebiet des kleinen Ahornbodens zu besuchen, es unter der Woche zu versuchen, falls man die Möglichkeit dazu hat, oder zu einer anderen Jahreszeit vorbeizukommen. Diese Region ist wirklich zu allen Jahreszeiten sehr sehenswert. Im Winter beispielsweise ist dieses Gebiet sehr ruhig und eine Schneewanderung wert. Vor allem interessant für Wintersportler ist auch, dass es dort eine Langlauf Loipe gibt und Skitouren Geher sind auch herzlich Willkommen. Eine der bekanntesten Skitouren ist die vom Ahornboden auf den Hochglück.
Wenn man sich unter der Woche frei nehmen kann, ist für professionelle und auch Hobby Fotografen die herbstliche Färbung zur Mittagszeit am geeignetsten, denn am Morgen und am Nachmittag ist es im September und Oktober schon sehr schattig. Falls die Kühe auf den Fotos zu sehen sein sollen, muss man bedenken, dass dies bis Mitte September möglich ist, denn danach erfolgt der Almabtrieb der Tiere ins Tal zu ihren Bauernhöfen.
Wer sich mehrere Tage freinehmen kann, oder über ein verlängertes Wochenende ins Karwendel Gebiet fährt, kann jeden Tag etwas Neues sehen und erleben. Wenn man beispielsweise am ersten Urlaubstag vom Ahornboden und der Engalm hinauf in Richtung Hohljoch wandert, kann man unterhalb der Ladlidererwände hinüber zur Falkenhütte gehen, die wirklich wunderschön gelegen ist. Alternativ kann man die Falkenhütte auch von der anderen Bergseite erwandern. Dafür geht man von Hinteriß durch das Johannestal über den ebenfalls sehr schönen kleinen Ahornboden. In Hinteriß findet man z.B. auch einige Unterkünfte für eine Übernachtung. Für das kulinarische Wohl sorgen zahlreiche Hütten, wie die kleine Plumsjochhütte, oder Gasthöfe und die Engalm Käserei, wo man einen frischen Bergkäse kosten kann.
Wer mehr Action braucht, kann sich eine der zahlreichen Mountainbikerouten auswählen und hat eine große Auswahl an leichten (z.B. von der Isar auf den Ahornboden) bis schwereren Touren (bspw. zum kleinen Ahornboden).

In der Karwendel Region um den großen und kleinen Ahornboden wird jeder auf seine Kosten kommen und jede Jahreszeit hat dort ihre Besonderheiten und Vorzüge. Es ist in jedem Fall, nicht nur im farbenfrohen Herbst sehr zu empfehlen und immer einen Tagesauflug oder einen mehrtägigen Besuch wert.

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